Besuch des Kindergartens in Laubenheim
Früh übt sich

Seit Monaten bin ich in den Kindergärten des Kreises unterwegs, um mir vor Ort ein Bild über die Umsetzung des Sprachförderprogramms „Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an“zu machen. Ich möchte die Dinge, über die ich in Mainz debattiere, auch gesehen und erlebt haben. Und dabei habe ich festgestellt, dass das Programm ganz unterschiedlich angenommen wird. Einige Einrichtungen haben sich bewusst dagegen entschieden, weil sie Sprachförderung ohnehin als pädagogischen Schwerpunkt ihrer Einrichtung haben – und das nicht erst im letzten Kindergartenjahr, wenn die Sprachentwicklung schon relativ abgeschlossen ist.

Etwa ¾ aller Kindergärten im Kreis beteiligen sich jedoch am Programm – und sehen noch großen Verbesserungsbedarf. Besonders die mangelnden Informationen in der Startphase werden kritisiert . Die Kindergärten waren bei der Umsetzung größtenteils auf sich selbst gestellt, Hilfen aus Mainz gab es sehr wenig. Weiterer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass die Förderung erst im Jahr vor der Einschulung beginnt und die Zeit pro Woche zu kurz ist. Alles in allem sind jedoch sowohl die Kindergärten wie auch ich froh, dass überhaupt etwas geschieht. Und um konstruktive Kritik zu üben, frage ich ja hier vor Ort nach und bringe die Anregungen dann in den Bildungsausschuss – damit es im nächsten Jahr besser läuft.

Neben der Sprachförderung interessiert sich die Abgeordnete auch für die Aufnahme von Zweijährigen in den Kindergarten. Denn ab dem Jahr 2010 haben diese einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Bei den Besuchen hat Dickes festgestellt, dass sich die Einrichtungen ganz unterschiedlich darauf vorbereiten. So sei es in vielen Gemeinden bereits üblich, Zweijährige anzumelden, die Plätze reichten nicht aus – in anderen Einrichtungen bestehe auch seitens der Eltern noch sehr wenig Bedarf. Aber das wird sich ändern, ist sich Dickes ganz sicher, und unterstützt daher auch die Forderung aus den Kindergärten nach mehr Fortbildungen im Kleinkindbereich.

Ein besonderes Highlight erlebte ich bei meinem Besuch im Laubenheimer Kindergarten. Nachdem ich in der Kleinkindgruppe mit den Zweijährigen geknetet und anschließend am Sprachförderunterricht teilgenommen hatte, stellte mir die Leiterin Jutta Riethe das Kinderparlament vor. Die 9 Vorschulkinder klärten mich über ihre Aufgaben und Aktivitäten auf: wie ein großes Parlament auch werden sie demokratisch gewählt und vertreten die Interessen aller Wähler – in diesem Fall ihrer Kindergartenkollegen. Und die kleinen Parlamentarier berichteten auch ganz stolz von ihrer letzten Aktion, einer selbst geplanten und organisierten Cafeteria. Von dem Erlös haben sich die Kinder selber ein Puzzle gekauft.

Einen Wunsch hatten die Kinder an ihre große „Kollegin“ – sie wollen gerne mal in den Mainzer Landtag. Klar, dass ich da nicht „Nein“ sagte. Im Juni darf die kleine Rasselbande auf meine Einladung hin einmal die große Politik hautnah erleben.

